Schmuckbild-Paul Hermann
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Erklärung der neuen Kunstrichtung „closed picture“

Der Prozess, dass Kunst und Luxus mehr und mehr popularisiert und ihrer Exklusivität beraubt werden, setzte bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein.

Besonders in den großen, immer schneller wachsenden Metropolen Europas und der Welt, wie London, Paris, Berlin, und so weiter, war der Wunsch nach Luxus und Sensationslust immer stärker ausgeprägt.
Mode, Schmuck, Möbel, ja selbst Replikkate von Gemälden wurden industriell verfertigt und an eine breite Masse verschleudert.
Jeder konnte sich nun „Kunst“ erkaufen. Dieser Prozess des ideologischen Verlusts einer exklusiven Kunstqualität verstärkte seine Ausmaße zunehmend nach dem 2. Weltkrieg und der Entstehung der kapitalistischen Popkultur. Im Zuge dieser Entwicklung verlagerte sich das Interesse an Kunst immer mehr auf den Schaffenden als Maßstab für das Geschaffen.

Die Bewegung der Pop- Art setzte sich dieser Entwicklung wohl am deutlichsten entgegen. Es entstand die Provokation High Art vs. Low Art; Werbegegenstände, Comicstrips und einfache Reproduktionstechniken als Sujet der Kunstwerke, wie bei Warhol, Lichtenstein etc. provozierten die Frage nach dem, was eigentlich als „Kunst“ zu verstehen sei. Es gab Künstler die die Kunst beenden wollten.
Dennoch konnte der Prozess einer Gattungsmischung, auch unter Einfluss von Fotografie, Medien und Mode in die Bildende Kunst nicht aufgehalten werden. Banal gesagt: Heute ist alles Kunst, was als solches deklariert wird; Kunst ist durch Konsum diffamiert und popularisiert. Durch billige Reproduktionen kann heute jeder sein Stückchen Luxus, seine „Kunst“ günstig beim Discounter erstehen.

Hier setzt „closed picture“ von Paul Hermann an. Paul Hermann, aus dem Fach des Modedesigns kommend, in dem Verfall, Schnelllebigkeit und Popularisierung noch viel extremer fokussieren, als in der „klassischen“ Kunst, fordert diesen ästhetischen Wertverlust mit seiner Invention des „closed picture“ heraus.

Hermann arbeitet bei der Entstehung seiner Kunst mit gängigen Methoden und Stilen verschiedener Strömungen von Informel über Pop Art bis Action Painting. Diese bekannten Techniken werden jedoch nicht nur in einem Gemälde vereint, sondern abschließend von Hermann durch „closed picture“ renoviert und konserviert.

Meist handelt es sich um zyklische Werksgruppen, deren Malgrund entweder aus einem Unikat, nicht selten jedoch aus einem mehrfach reproduzierten Ciclee (auf Basis von eigenen Unikaten) besteht. Die Sujets dieser „Bildbasis“ sind Piktogramme unserer Konsumgesellschaft, z.B. der vervielfältigte Druck des Fünfhundert Euro Scheins aus der Serie „500“ als Inbegriff der geldgetriebenen Gesellschaft oder das Herz aus „Open the Love“ als Sinnbild für Liebe etc.

In der zweiten Phase wird diese Bildsubstanz übermalt, so, dass sie, je nach Bildintention, mehr oder auch weniger durchscheinend ist. Wie es zu interpretieren ist, bleibt dem Betrachter individuell überlassen.
Im nächsten Schritt wird das Bild durch expressive Techniken wie color- triping oder Zerstörungen durch Einschnitte oder die Verwendung von Schmirgelpapier, Sand, etc. abstrahiert.
Nach dieser maltechnischen Abstraktion folgt das Wegsperren und Konservieren der Kunst. Das realistische Bild wurde also in nur wenigen Schritten in die Abstraktion geführt. Seine Klasse ist nicht mehr zuzuordnen, sondern ambivalent: Es ist Gemälde und Skulptur zugleich.
Die Schaffung des „closed pictures“ ist dabei der dramatische Höhepunkt des Werksprozesses: Unter der festgezurrten „Haut“ (Folie) des Bildes erst offenbart sich dem Betrachter sein Kern, seine Struktur und die damit verbunden Arbeit des Künstlers.

Paul Hermanns Werke erschließen sich mir wie folgt: Die „Seele“ des Bildes sind gesellschaftliche Grundbedürfnisse, das Unterbewusstsein des Betrachters und Antrieb für die Kunst selbst (Geld, Liebe etc. als Faktoren für Schaffung von Kunst). Dieses Unterbewusstsein verschwimmt und abstrahiert sich jedoch aufs Vielfältigste in unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft. Erst durch die „Tabuisierung“, das Verschließen und somit der Renovierung von Exklusivität vermittelt uns Paul Hermann seinen eigentlichen ästhetischen Wert: in seiner Farbigkeit und Struktur

schimmert das Sublime hindurch, welches Schaffen und Ästhetik der Kunst und ihres Schaffenden im eigentlichen Sinn aufzeigen: Die Erfindung, das Neue macht den Künstler, nicht die Akademie. Der Entstehungsprozess, die Technik und Behandlung eines Sujets ist Kunst und nicht das Sujet selbst. Der Künstler Paul Hermann hat dadurch ein Alleinstellungs Merkmal erreicht. Eine neue Kunstrichtung: „closed picture“.

Text: Vanessa Funk und Axel Hadulla


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